Machen Verluste stark?

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Hmm, kann ich so nicht sagen.

Heute möchte ich über ein sehr privates Thema sprechen, ein Thema, dass mich nun schon seit Jahren begleitet. Nein NICHT die MistStück.

Wie komme ich auf das Thema „Verlust“?

Heute wäre mein kleiner 10 alt geworden. Ja vor +/- 11 Jahren wurde ich schwanger. Es war für mich ein Wunschkind. Ein von mir über alles geliebtes Wesen. Doch mein damaliger Freund wollte das Kind nicht haben. Seine Aussage war: „Claudia, später sehr gerne so in 5-6 Jahren, aber jetzt will ich kein Kind!“ Da wir uns aber geliebt haben, fiel es mir leicht mich zu entscheiden „Haja Claudia, schickst dein Schatz in die Wüste und alles wird gut!“

Doch mit dieser Differenz fing alles an. Wir bauschten uns auf, stritten sehr sehr oft. Es fielen sogar Beschimpfungen. Nach 2 Monate fing es an mir nicht mehr so gut zu gehen. Er meinte, wenn ich bereit bin für eine Abtreibung wird er mir Gesellschaft leisten und sich um alles kümmern. Äh nein ich wollte auf jeden Fall NICHT abtreiben. Es war ein Wunschbaby. Doch wir stritten so stark, so oft und er setzte alles daran, dass ich es auf natürlichem Wege verliere.

Tja, was soll ich sagen, im knapp 5ten Monat hat sich das Baby nicht mehr willkommen gefühlt und ist von uns gegangen. Eine Welt brach für mich zusammen und leider muss ich dazu stehen, dass ich es bis heute nicht verarbeitet habe. Ich konnte nicht darüber reden, schwindelte ich hätte es abtreiben müssen, was im entfernten Sinne schon irgendwie stimmt. Wollte es irgendwie runterspielen. Doch in Wirklichkeit war es für mich viel dramatischer. Doch mit den Jahren lernte ich es zu verdrängen, lernte es mit mir selber auszumachen. Doch es geht nicht mehr.

Ich möchte darüber sprechen, auch wenn es nur ein kurzer Beitrag wird, doch allein die Tatsache, dass ich darüber schreiben kann, fühlt sich irgendwie leichter an. Seitdem habe ich nicht nur nicht mehr darüber gesprochen, sondern das Thema auch für mich abgeschlossen. Doch dachte ich jedes Jahr daran wie es wohl geworden wäre ein zweiter Giftzwerg im Haus zu haben, zünde eine Kerze an und wünsche mir, dass es da oben wo es ist, beschützt wird.

Ja die ersten Jahre bin ich fast daran zerbrochen, es schmerzte nur noch. Doch mit der Zeit lernte ich mir zu sagen, dass alles seinen Sinn hat. Nichts passiert ohne Grund. Wir sollten lernen das Beste aus einer Situation zu ziehen. Nach vorne schauen und nicht mehr zurück. Trotzdem ist ein solcher Verlust prägend, hinterlässt seine Narben über die man nicht hinwegsehen kann.

Vielleicht war es gar nicht mal so gut alles für mich zu behalten, denn vielleicht hätte reden geholfen. Nun hoffe ich, dass es doch jemand da draußen gibt, die ähnliches durchgemacht hat und man sich austauschen könnte.

Doch zu allem Leid, geht es mir gut. Ich finde die Zeit nicht mehr so sehr schlimm. Kann zurück denken ohne, dass es mich seelisch total fertigmacht. Ja ich habe sogar ein kleines Lächeln um die Lippen, weil ich mir erhoffe, es ist bei den Engeln und es geht ihm gut.

Oh jee, ich als Mama, komischer Gedanke. Meine Mutter hat mal gesagt: „Claudia, du kannst gut mit Kindern, aber ich glaub deine eigenen würdest du an die Wand klatschen!“ Ne is klar und mit Anlauf bitte! Tssss.

Doch wer weiß was einem die Zukunft bringt. Na klar auf jeden Fall nur Gutes, aber auch wenn ich die Hoffnung aufgegeben habe Mama zu werden, hat das Leben doch ihre eigenen Regeln. Also schauen wir mal was noch alles passiert.

Fühlt euch doll gedrückt meine Lieben.

 

Eure,

Claudia

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