Karfreitag, ein Fest des Leidens?

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Eigentlich wollte ich kein Beitrag dazu verfassen, schon gar nicht mich dazu äußern, ich tue es aber trotzdem.

Ich bin Zwiegestalten, da ich doch miterlebe wie kontrovers manche Menschen sich verhalten. Die einen kümmern sich gar nicht was heute für ein Tag ist, Hauptsache man hat frei. Die anderen wiederum ärgern sich, wenn Karfreitag nicht als das gefeiert/verstanden wird, als das was einem einmal die Kirche beigebracht hat. Zu Leiden, keine Partys machen, also eher nicht tanzen, am besten nicht Lachen und nach Möglichkeit bitte ja nur mit mieser Laune rumzulaufen.

Dann möchte ich kurz aus meiner Sicht Karfreitag erklären wie ich es immer verstand bzw. beigebracht bekommen habe.

An diesem Tag wurde Gott gekreuzigt. Es war furchtbar. Er hat so sehr gelitten. Doch mit seinem Leid hat er den Menschen die Sünden „rein“ gewaschen. Er hatte sich für die Menschheit/Menschen geopfert.

Doch was mir als Kind immer beigebracht wurde, unabhängig von diesem Feiertag, war: „Claudia, wenn jemand stirbt dann Lache, tanze, feiere! Dieser Person wurde all dessen Leid genommen! Wenn aber ein neues Leben geboren wird, dann weine, denn mit der Geburt entsteht auch neues Leid und Sorgen!“ Damals dachte ich mir: „Ja Vater du hast sie nicht mehr alle, die meisten machen es doch genau umgekehrt!“ Doch mit den Jahren verinnerlichte ich immer mehr was mir gesagt wurde und war erstaunt über die Wirkung.

Natürlich sitze ich heute nicht da und mache voll Party, schreie hochjauchzend irgendwelche Lieder raus und erfreue mich an das Leid Jesu. Aber ich sitze da, bin gut gelaunt, lache, bin zutiefst und mit jeder Faser meines Körpers/Geistes dankbar. Dankbar dafür, dass er sich all das Leiden auf sich genommen hat, damit unsere Sünden reingewaschen werden können. Ja bei einer Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen feiere ich diesen Tag, denn dieser Tag ist der Beginn von etwas ganz Großem.

Also sind wir doch einfach mal dankbar für das was Jesus für uns getan hat. Dankbar dafür sein, dass er uns die Chance gegeben hat uns von all dem Bösen, Negativem zu befreien, das zählt. Warum sich darüber ärgern, weil es Menschen gibt die nicht an Gott an glauben, vielleicht auch einer anderen Religion nachgehen, Menschen die für sich entscheiden haben an diesem Tag zu feiern, zu Tanzen, das Leben einfach leben. Jeder ist Einzigartig und jeder kann entscheiden wofür er sich begeistern kann, und sei es heute einfach nur ein Bier in der Lieblingskneipe zu trinken.

Denn Schlussendlich sind wir Alle nur Gäste auf dieser Welt, egal woher wir kommen, egal was uns ausmacht, egal welches Päckchen wir zu tragen haben. Doch mit einem Lächeln und Akzeptanz können auch wir Berge versetzen. Jeder bewertet ein solcher Tag für sich selber wie er es für Richtig hält und so wie er es versteht. Lasst uns an diesen Tagen Liebe schenken, ein Lächeln den Menschen die traurig sind oder einfach nur eine kurze Anteilnahme.

In diesem Sinne wünsche ich euch ein wunderschönes Osterfest, mit viel Liebe, Verständnis und ja auch wenn der heutige Anlass ein trauriger ist, einfach ein breites Lächeln, dass man die Möglichkeit bekommen hat, jeden Tag zu seinem schönsten zu machen.

 

Eure,

Claudia

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